Historie der Niettechnik

Am Anfang waren Mensch, Hammer und Kopfmacher (Nietstempel).

Als eines der ältesten Verfahren zur Herstellung von unlösbaren Verbindungen zweier Bauteile ist die Niettechnik schon seit der Frühgeschichte bekannt.

Durch Verstemmen von Metallbolzen mit einem Hammer wurden Nietverbindungen hergestellt.

Im Zeitalter der Industrialisierung übernahmen immer öfter Pressen oder mechanische Hämmer die Verformung und wurden bald durch spezielle Nietmaschinen ersetzt. Der hohe Kraftaufwand, verbunden mit starker Geräuschemission zum einen, Veränderung der Gefügestruktur und Versprödung der Nietbolzen zum anderen wurden durch höhere Qualitätsansprüche immer weniger akzeptiert.

Die Taumelniettechnik brachte zwar einige Verbesserungen, die Verhärtungen der Gefügestruktur und die Beschädigung der Nietkopfoberfläche waren aber weiterhin erkennbar.

Neues Nietverfahren

 

 

Die Erfindung, die das Nieten revolutionierte

Radial-Punktniettechnik von Friedrich

 

Im Jahre 1966 legten Ingenieure der Firma Friedrich den Grundstein für eine Technologie, die bis heute die effektivste und wirtschaftlichste ist:

Die Friedrich Radial-Punktniettechnik.

 

 

Vorteile der Radial-Punktniettechnik:

-geringer Kraftaufwand bei hoher Nietleistung
-geräuscharme und gleichmässige Verformung
-geringe Querkräfte, daher einfache Werkstückfixierung
-durch senkrecht stehenden Stempel für die Qualitätsicherung besonders geeignet
-minimale Reibung, geringe Wärmeentwicklung und glatte Nietoberfläche
-schonende Veränderung der Gefügestruktur im Nietwerkstoff
-keine Stempelrotation, daher auch Prägen möglich
-gut dimensionierbare Lochleibung erzielbar


Die Nietverfahren im Vergleich

Diese Schliffbilder zeigen die Unterschiede in der Gefügestruktiur bei Verformung mit verschiedenen Nietverfahren. Nur beim Radial-Punktnietverfahren bleibt die Gefügestruktur weitestgehend erhalten.

Pressen und Hämmern

Die Verformung des Niets wird entweder durch Pressen oder Hämmern erreicht, beim Pressen durch einmaligen Druck, beim Hämmern durch mehrmaliges Schlagen in axialer Richtung auf den Niet. Großer Kraftaufwand und starker Lärm sind die Nachteile.

Taumel-Nieten

Das Nietstempelende E dreht sich in einer kreisförmigen Bahn K um die Mittelachse Z der Nietspindel. Die Längsachse des Nietstempels schneidet die Nietspindelachse im Punkt M. Die Verformung des Niets erfolgt auf einer Berührungslinie von der Länge des Schließkopfradius.

Radial-Punktnieten

Das Nietstempelende E beschreibt eine hypozykloide Schleifenbahn S. Dabei schneidet die Stempellängsachse auch hier die Nietspindelachse im Punkt M. Durch den Hypozykloid-Antrieb ändert sich der Stempelanstellwinkel ständig zwischen 0 und X°. Die Verformung des Nietes erfolgt durch eine Punktberührung. Dabei wird das Nietmaterial von der Mitte nach aussen gewalkt.

sehr starke Verhärtung
gut sichtbare Verhärtung
geringe Strukturänderung